Drohnenlinie

Imkermeister Detlev Biel:

Liebe Imkerkolleginnen und Imker!

Bevor wir auf unsere Drohnenlinie 2022 eingehen, möchten wir Sie über Änderungen der Pedigree-Schreibweise informieren und Ihnen unsere Gedanken näher bringen, wenn wir die in unseren Augen idealste Drohnenlinie selektieren.

Die Drohnenlinie beruht in diesem Jahr auf unserer Zuchtmutter B87(DB). Bis vor kurzem hätten wir dabei ein V statt B vor die Kastennummer geschrieben. V für Varroa sensitives Verhalten. Aber, so haben sich die Buckfast Züchter geeinigt, ist die erste Angabe beim Betrachten einer Königin die Frage, welche rassetypischen Eigenschaften die Königin hat. Handelt es sich z. B. um eine Anatolische-Königin, bei der wir bestimmte Eigenschaften wie sparsamen Futterverbrauch erwarten, oder vielleicht um eine Primorski-Königin, mit verkürzter Brutentwicklungszeit?

Das B für Buckfast soll eine Königin erst dann bekommen, wenn die früheren Rassemerkmale nicht mehr dominant sind, sondern ihr Verhalten, ihre Leistung und der Charakter den Zuchtmerkmalen einer Buckfastbiene entsprechen.

Die in den letzten Jahren verwendeten Bezeichnungen H für ausgeprägtes Hygieneverhalten oder V für Varroa sensitives verhalten, diese Merkmale finden sich ja in den Bewertungstabellen der Königin und können unabhängig von einer Rasse vorhanden sein. Außerdem sind die Angaben in der Bewertungstabelle deutlich aussagekräftiger.

Wir finden diese Korrektur der Schreibweise gut, denn die Angaben zur Königin werden klarer und entsprechen wieder der Schreibweise, wie sie Bruder Adam getätigt hat. In den letzten Jahren mussten wir uns oft die Haare „raufen“, wenn wir Bezeichnungen wie AS… lasen. Da wollte man zeigen: Mutter ist anatolischen Ursprungs und Vater stammt von einer Saharensis ab. Trotz dieser Angaben war dann nicht klar, ob wir jetzt eine Buckfast oder eine anatolische Königin haben. Somit war die Schreibweise irreführend und unnötig, denn aus dem Pedigree sind die Anpaarungen ersichtlich. Da ist es jetzt gut, dass wir Buckfast-Züchter uns wieder den Schreibweisen und Tugenden zuwenden, wie ich sie in den Schriften von Bruder Adam verstanden habe.

Und, bitte liebe Imker, Buckfastzucht ist Leistungs- und Merkmalszucht. Aber nie die Zucht auf eine farbliche Ausprägung hin. Mal braun, mal lederbraun und auch mal gelb, alles kann sein – es spielt aber keine Rolle in Bezug auf die Zuchtziele. Wir sind Buckfastzüchter und keine Rassefanatiker, die nur auf Äußerlichkeiten schauen.

Kommen wir zur Drohnenlinie 2022 auf der Buckfast-Belegstelle Friedrichskoog:

Die Drohnenlinie ist die B87(DB), die von Detlev Biel selektiert und bewertet wurde. Die Königinnen für die Drohnenvölker haben Peter Arndt und Dr. Peter Stöfen nachgezogen. Sie haben sich die Mühe gemacht, weit über 200 Königinnen nachzuziehen und sie sowohl in Minis als auch in die eigentlichen Belegstellenvölker einzuweiseln. Aber damit nicht genug, sie haben die  Aufgabe übernommen, aus diesen Völkern diejenigen  zu selektieren, welche das höchste Ausräumverhalten in Bezug auf Hygiene haben. Nur diese werden dann im Frühjahr auf der Belegstelle aufgestellt. Zuchtarbeit ist Teamarbeit und diese wird von uns Betreibern  unserer  Buckfast-Belegstelle Friedrichskoog gelebt.

Imkermeister Dr. Peter Stöfen ist der Betreuer und Leiter der Belegstelle vor Ort. Nur durch seine langjährige  Erfahrung ist es möglich, dass von Mai bis August immer genügend der vitalsten Drohnen auf der Belegstelle zur Verfügung stehen. Wäre er nicht schon ein Doktor, dann wäre er mein persönlicher „Drohnen-Papst“, denn seine Hände sind gesegnet, wenn es um die Führung der Drohnenvölker geht.

Peter Arndt ist der Mann, der Frauen versteht. Ich kenne nur wenige Menschen, die so perfekt, „in time“, die hochwertigsten Königinnen zur Begattung nachziehen können. Es ist eine Freude zu sehen, wie er jeder Widrigkeit des Wetters trotzt und mit für die Nachzuchten der Belegstelle sorgt.

Imkermeister Detlev Biel hat die Aufgabe übernommen, innerhalb der Zuchtgemeinschaft die leistungsfähigsten, Erfolg versprechendsten und hoffnungsvollsten Königinnen für die Drohnenlinien zu selektieren. Dank der Größe unserer Imkerei können immer mehrere Linien geprüft. Dabei ist es wichtig, dass die Nachzuchten ein hohes Maß an VSH und Hygiene haben, ohne dass dieses zu Lasten des Ertrages geht. Erst wenn alle Anforderungen im Einklang sind, bereits in Folgegenerationen geprüft wurden, erst dann geben wir sie als Drohnenlinie frei.

Das Pedigree der B87(DB) ist:

B87(DB) = .18-imq.B263(DB) ley B34Vt(LS)1.dr : .17-B573(NK) ins V28(NK) :

                   .16-B10(DS) ins B52(DS) : .15-B211(DS) ins V302H(DS) :

                   .13-B102(DS) ins Bmix13(DS) : .10-B246(DS) ins B246(DS)    

Diese Königin geht auf einen Königinnentausch mit meinen Imkerfreunden Niko Kalmes und Daniel Schuster aus Luxemburg zurück. Seit Jahren tauschen wir Königinnen und Eistücke, damit ein anderer Züchter die eigenen Linien mit bewertet, prüft und vielleicht weiter nutzt. Da wir alle viele Kilometer von einander entfernt leben, hat der Königinnentausch auch den Vorteil, dass frische und unbekannte Genetik in die eigenen Linien fließt und einer möglichen genetischen Verarmung entgegen wirkt.

Da beide Imker eine excellente Vorarbeit im Hinblick auf Selektion nach Hygiene und VSH gemacht haben, konnten wir mit nur noch einer weiteren Anpaarung in Leyhörn 2018 sagen, diese Königin ist einfach Top. Da Hygiene und VSH additiv sind, wurde aus unserer vorgeprüften B263(DB) in 2018 die B87(DB). Die Anpaarung damals in Leyhörn geschah mit einer VSH Linie von Stefan Luff aus dem bayrischen VSH Programm. Diese Anpaarung gab unserer B263(DB) den letzten Schliff, um zu sagen, dass ihre Tochter, unsere B87(DB), ein High-End Produkt züchterischen Wirkens ist. Damit wir dieses sagen, müssen unsere 3 Hauptzuchtziele Honigertrag, Hygieneverhalten und VSH/SMR deutlich hervortreten und dominant sein. Unabhängig davon, müssen natürlich auch die weiteren Zuchtziele stimmen.

Dazu hier die Bewertungstabelle:

 

Breeder

Birth

Queen

Eval.

Vitality

Temper

Swarm .

Fecon-

Crop

Over-

Buildings

Varroa

Number

 Year

Pedigree

year

of Bees

of Breed

of Bees

Tendency

dirty

Early

Summer

wintering

Combs

 Propol.

number

hyg. 6hr

VSH+

B87(DB)

18

V263(DB) ley B34Vl(LS) 1.dr

20

6

5

5

6

5

5

5

5

4

5

84,00%

62,50%

Die Einzelwerte:

  • nur 2,5% Befall aller Zellen mit Milben
  • 40 % SMR Verhalten
  • dieses entspricht 62,5 % VSH Verhalten
  • 84 % Hygiene-Ausräumverhalten nach nur 6 Stunden

Unser erstes Zuchtziel ist der Honigertrag. Den hat uns unsere B87 immer zuverlässig und sicher geliefert. Sicher lag dieses daran, dass sie zu allen Jahreszeiten die erforderliche Volksstärke besaß, um den höchst möglichen Ertrag aus der Frühtracht, bis zu unserer Spättracht der Heide, zu liefern. Da sie aber selbst sparsam im Futterverbrauch ist, brauchten wir uns selbst in widrigen Jahren wie 2021, wo wir lange schlechtes Wetter ohne Flugzeiten hatten, keine Sorgen zu machen und ein Notfüttern war nicht nötig. Dass sie ihr Verhalten sehr gut weiter gibt, haben wir immer wieder in den Nachzuchten gesehen.

Es war in der Zucht nicht immer einfach, Honigertrag und hohe Hygiene/VSH-Werte zu vereinigen. Aber dieses Problem konnte in den letzten Jahren meistens behoben werden.

Das zweite Zuchtziel ist Hygieneverhalten. Dieses Zuchtziel ist gleichbedeutend wie der Honigertrag. Denn was bringt uns der beste Honigertrag, wenn die Bienen/Völker durch Viren und Bakterien so geschwächt werden, dass sie langsam dahin sterben. Hygieneverhalten prüfen wir durch Nadelkissen, wie es jeder Imker für sich weiter prüfen kann. Flüssiger Stickstoff wäre besser, da die Zelldeckel nicht verletzt werden, aber die möglichen Gefahren beim Umgang damit, sind nur von sehr versierten Imkern, sicher handzuhaben. Mir ist wichtig, dass das Ergebnis bereits nach 6 Stunden überprüft wird, denn nur so finden wir die richtigen Perlen. Nach 12 oder 24 Stunden sind die Ergebnisse bei viel mehr Völkern zufriedenstellend, aber für mich zu langsam. Denn worum geht es? Es geht darum, dass eine Made/Puppe  in der Zelle an einem Virus stirbt. In diesem Augenblick ist das Virus noch aktiv. Mit jeder Stunde, in der die Made/Puppe nun tot ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Viren verkapseln und Sporen bilden, da sie merken, dass der Wirt nicht mehr lebt. Bildet eine Vire aber Sporen, so sind es viele Tausende, die in dem Moment, in dem sie auf einen neuen Wirt treffen, ihn schnell angreifen und so das ganze Volk in Not bringen können.

Erkennen unsere Bienen aber sofort den Tot der Larve/Puppe in der Zelle und räumen diese aus, dann haben die Vieren keine Zeit, Sporen zu bilden und das Volk ist langfristig geschützt. Somit kommt es auch zu viel weniger Infizierungen durch die Varroamilben, wenn sie sich an der Bienenlymphe oder am Fettkörper nähren.

Man mag es kaum glauben, aber selbst die gefürchteten Bienenkrankheiten wie Eric 1 oder 2 (Faulbrut), das Flügel-Deformationsvirus etc. haben bei einem Ausräumverhalten von über 80% in 6 Stunden, fast keine Chance auf effektive Vermehrung.

Unser drittes wichtiges Zuchtziel ist SMR (die unterdrückte Milben Reproduktion). Anhand dieses Wertes lässt sich dann auch das VSH-Verhalten berechnen.

Wir haben dazu Mitte August, bevor das Volk behandelt wurde, passende Brutstücke entnommen und darauf hin untersucht. Bei der B87 war es eine mühevolle Arbeit, denn nur 2,5% der Zellen waren mit Milben infiziert und so mussten viele hundert Zellen geöffnet werden. Dabei stellte sich heraus, dass sich 40% der noch vorhandenen Milben nicht reproduziert hatten. Ein Top-Wert. Man sagt, ab 25% könnte man auf eine Behandlung verzichten. Aber darum geht es nicht wirklich. Es geht darum, dass durch die geringe Milbenlast die Völker durch weniger Milben parasitiert werden und somit mögliche Vieren/Bakterien nicht unkontrolliert weiter gegeben werden, wenn die Milben sich an Lymphe und Fettkörper laben. Es geht darum, den Kreislauf von geschwächten Bienen durch Pflanzenschutzmittel, Varroa-Vorkommen und Virenübertragung zu durchbrechen, damit unsere Völker gesunde Winterbienen produzieren können. Dieses ist bei der B87(DB) gelungen.

An dieser Stelle noch einmal einen besonderen Dank an unseren Imkerfreund Sven Ledowski, der diese Brutstücke mit Fleiß und Know How ausgezählt hat – vielen Dank Sven.

Aber, liebe Imker/Imkerinnen, vergessen sie nie, dass Sie zwar die besten und gesündesten Völker auf ihrem Heimatstand haben, aber nicht kontrollieren können, was um sie herum passiert. Andere Imker vernachlässigen vielleicht die Varroabehandlung, oder sie bilden Brutscheunen mit vielen Milben, die dann offene Brut suchen und die sich dann auf den Weg machen, wie bei zusammenbrechenden Völkern, und vielleicht ihre gesunden Völker infizieren. Ich denke, es ist noch nicht die Zeit gekommen sich alleine auf die guten Anlagen unserer Hygiene- und SMR-Völker zu verlassen, solange nicht alle Imker gleich gut geschult sind und wir einen/mehrere abgesprochene Behandlungstermine zusammen wahrnehmen, denn dieses wäre ein guter Anfang.

Ich bin mir sicher, mit unserer diesjährigen Drohnenlinie, bieten wir ihnen ausgezeichnetes Buckfast-Material an, an dem sie viel Freude haben werden. Sollten sie aber eine Biene suchen, die gerne schwärmt, da sie gerne Schwärme fangen wollen,  dann sind sie hier nicht richtig. In allen Jahren brauchten wir keine Zellen zu brechen und konnten die Lenkung des Volkes einzig über die Raumgabe lenken.

Auf eine zufriedene Bienensaison 2022.

Ihr Imkermeister Detlev Biel

 

Aus der Vergangenheit ….

Drohnenmutter 2021:

Unsere Drohnenmutter für die Zuchtsaison 2021 ist die  B 236 (DB) von Detlev Biel
 
imq.B236(DB) = .17 – V280(NK) mm B66(NK)

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe Züchterinnen und Züchter

Detlev Biel: An dieser Stelle möchte ich einmal kurz auf die Geschichte dieser Drohnenlinie eingehen.
Dafür muss ich aber in das Jahr 2017 zurückgehen. In dem Jahr habe ich von einem befreundeten Züchter aus Luxemburg, meinem Freund Nico Kalms, mehrere Nachzuchten seiner V280(NK) erhalten. Die Königinnen waren unterschiedlich angepaart, aber alle mit der selben Mutter. Als ich die Königinnen bekam, da wusste ich nicht, was mir Niko geschickt hatte. Ich sollte sie testen und bewerten. Von Anfang an zeigten die Völker eine sehr schöne Brutentwicklung und bauten starke Völker für den Winter auf. Ich erinnere mich noch an meine ersten Gedanken im Winter, als ich die Wintertraube erblickte. Hoffentlich reicht das Futter bis zum Frühjahr, war der Gedanke, bei der Volksstärke. Aber diese Sorgen waren unnötig. Die Königinnen waren gut aus der Brut gegangen als die ersten Frostnächte im November waren und sie hatten eine gute Brutpause eingelegt, so dass im Frühjahr genügend Futter zur Verfügung stand. Ja, man kann sie als sparsam im Futterverbrauch bezeichnen, denn wir konnten im April überschüssige Futterwaben entnehmen.

Die Entwicklung lief dann wie bei einem Uhrwerk ab, jeder Brutzyklus ließ die Völker prächtig wachsen und sie bescherten uns in diesem und den folgenden Jahren, reiche Honigernten. Dieses war aber nicht nur im Frühjahr so, sondern ging über die Sommertracht, bis hin zur Heidetracht. Auffallend war, dass die Königinnen die ersten auf den Ständen waren, die am Morgen ausflogen und abends die letzten, die noch flogen. Wir standen öfter bei den Mädels und konnten einfach nur Danke sagen für ihre Leistung.

Aber unsere imq.236(DB) zeigte noch andere schöne Eigenschaften. Ich erinnere mich noch an unseren Seuchenwart im Frühjahr, als er das Brutnest des Volkes kontrollierte. Ihm vielen sofort geöffnete Zellen auf und er runzelte die Stirn, denn sein erster Gedanke war: Faulbrut. Aber dann merkte er, es gab keine Faden ziehende Brut, sondern Bienen kurz vor dem offiziellen Schlupf, welche ihn anschauten. Ihm war VSH Verhalten nicht so geläufig, aber uns natürlich und es ging ein wohliges Lächeln über mein Gesicht, denn jetzt war mir klar, welch wunderbare Königinnen uns Niko Kalms geschickt hatte.

Sicher kann sich jeder vorstellen, dass ein Anruf bei ihm unsere nächste Reaktion war. Dann schilderte er uns die Geschichte dieser Königin: Ursprünglich stammt die Linie aus einem VSH Programm, eines nicht weiter genannt werden wollendes Bieneninstitutes. Aber es war ein Ligustica Programm. Daher auch sicher dieser Sammeleifer und die Volksstärke. Diese Königin hatten dann Niko Kalms und Daniel Schuster weiter mit ihrem Material bearbeitet, welches ebenfalls auf Hygiene und VSH selektiert war. Sicher hatte ich keinen objektiven Wert für dieses Verhalten ermittelt, denn mir reichte es, das Verhalten als sichtbares VSH Verhalten zu bezeichnen.

Mir ist das Hygieneverhalten deutlich wichtiger, denn über das Erkennen und Ausräumen erkrankter Brutzellen kann ich sicher sein, dass Sekundärinfektionen wie sie zum Beispiel beim Kollaps Desaster auftreten, keine oder eine deutlich geringere Chance haben, sich zu verbreiten. Somit haben wir in allen Jahren einen Hygienetest gemacht und die Werte für das Ausräumverhalten angestochener Brutzellen liegt bei der Lady – nach 6 Stunden – zwischen 82 und 86% je Jahr und Saison.

Wir haben schon einige Anpaarungen mit der Königin gemacht und sind uns somit sicher, dass ihr Verhalten sich gut an die Nachzuchten vererbt hat. Eigentlich wollte wir diese Königin erst selber züchterisch weiter bearbeiten, bevor wir sie auf einer Belegstelle nutzen wollten.

Doch ein sonniger Tag in diesem Frühjahr, änderte unsere Meinung. Meine Frau und ich waren schon Stunden mit der Völkerkontrolle in der Obstblüte beschäftigt, als wir am Kasten 236 ankamen. Der Kasten war der Hit, voll mit Bienen, keine Schwarmzelle (wie in allen Jahren ) und der höchste Honigertrag, den wir an diesem Tag in einer Beute hatten. Ich war schon an der nächsten Beute, als meine Frau sagte “dass ist doch die 236 von Niko aus 2017“. Ich drehte mich um und erwiderte, das glaube ich nicht, eine Königin im dritten Jahr mit der Leistung, da muss eine neue König im Kasten sein. Zum Glück bestand meine Frau auf die Nachkontrolle und wirklich, es war die 236, schön gezeichnet saß sie auf der Wabe und legte ihre Eier.

Da war uns beiden klar, ja, wer so vital noch im dritten Jahr ist, mit allen bekannten Eigenschaften, da muss diese Königin Drohnenlinie auf Friedrichskoog im Jahr 2021 werden.

imq.B236(DB) = .17 – V280(NK) mm B66(NK) : .16 – V260(NK) ins V280 H(DS) :

  • – V302 H(DS) ins Bmix13(DS) : imq.13 VSH ligustica x not registered

Warum ich ein B als Bezeichnung der Königin verwende? Weil sie einfach wirklich buckfasttypisch ist. Ihre Merkmale sind die Brutfreudigkeit, der Sammeleifer vom Frühjahr bis zur Spättracht, die Sanftmut, die Schwarmträgheit – wir mussten nie eine Zelle brechen und der sparsame Futterverbrauch. Sicher hätte man auch der Nummer ein H für Hygiene vor ausstellen können, denn mit 82-86% nach 6 Stunden in allen Tests, hätte sie es sicher verdient. Aber dann wäre auch ein V okay gewesen, denn das VSH Verhalten zeigte sie immer wieder, durch geöffnete Brutzellen. Aber wer so buckfasttypisch ist wie die B236, der sollte auch als Buckfast bezeichnet werden, aber gerne mit einem Plus für die Eigenschaften Hygiene und VSH.

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Drohnenmutter 2020:

B562 (PJ)  =  .19 –ivq.B621(PJ) ins B138(PJ)                 

Diese unbegatteten Königinnen wurden von unserer Zuchtgemeinschaft im Sommer käuflich erworben und im Friedrichskoog begattet. Details entnehmen Sie bitte der Zuchtregistratur.

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Drohnenmutter 2019:

Lutz Eggert aus Jena hat mit der B15(LE) die Drohnenmutter 2019 in Friedrichskoog gestellt. Wir haben sie 2018 von ihm zu einem angemessenen Preis erworben, der seinen unermüdlichen Einsatz für Königinnen mit einem ausgeprägten Hygieneverhalten honoriert. Von der B15 verfügen wir über ausreichend Töchter, die überwiegend im Rahmen einer Mondscheinbegattung bei Detlev Biel angepaart wurden. Im Frühjahr werden wir diese Völker auf ihr Hygiene-Verhalten prüfen. Nur wenn sie Werte von über 85 % aufweisen gelangen sie zur Aufstellung auf der Belegstelle. Eine Selektion der Drohnenvölker wurde von namhaften Buckfast-Züchtern immer wieder angeregt bzw. gefordert, so auch von dem verstorbenen Prof. Dr. van Praagh. Durch die geplante Vorprüfung kommen wir einer solchen Forderung auf der Belegstelle Friedrichskoog nach.

B15 (LE) = .16 –GR 65(LE)    mrk     B59 (MKN)

                    .15 – B103(IC)  ilv mrk     GR53(MKK)

                    .14 – B454(IC)      bal       B54(TR) 

                    .12 – GR64(IC)     bal       B72(TR):..Graaff Reinette

Lutz Eggert als Züchter beschreibt sie wie folgt: HYG+/VSH Eigenschaften mit den klassischen Buckfastmerkmalen finden sich in dieser Mutter wieder.  Ohne  Behandlung lebt sie mittlerweile über 890 Tage (Schnitt 470)

Die B15 (LE) ist nicht in der Zuchtregistratur eingetragen! IC= Ivan Curic, LE =Lutz Eggert, MKN = Foundation Buckfast Marken, TR=Thomas Rüppel.